Ausstellung_Heike Baranowsky – Soliloquio und Finissage mit Jan St. Werner – Spaint Chords
18. Januar 2026 Ganztägig
der Kunstverein Bamberg freut sich, Ihnen die Ausstellung Heike Baranowsky – Soliloquio vorzustellen, die noch bis zum 18. Januar 2026 in der Stadtgalerie Villa Dessauer zu sehen ist. Die umfassende Überblicksschau beleuchtet drei Jahrzehnte des Schaffens einer der prägnantesten deutschen Videokünstlerinnen und zeigt Videoarbeiten, Skulpturen, Cyanotypien und fotografische Bildserien. Begleitend erscheint Baranowskys neues Buch At the Still Point, das zentrale Werkgruppen und methodische Ansätze erstmals in Publikationsform dokumentiert.
Die Finissage findet am Sonntag, 18. Januar 2026, 17–20 Uhr, statt, die die Ausstellung mit einem außergewöhnlichen Programm u.a. mit der Tape-Komposition „Spaint Chords“ von Jan St. Werner, Mitbegründer der Elektronikband Mouse on Mars abschließt.
Die Performance von Jan St. Werner gilt als ein Highlight der Finissage. Die beiden Künstler*innen verbindet eine langjährige Freundschaft und zahlreiche gemeinsame Projekte – in Bamberg treffen ihre künstlerischen Visionen nun erstmals gemeinsam aufeinander. Spaint Chords wurde 2022 im Deutschen Pavillon der Biennale Venedig uraufgeführt und seitdem international präsentiert, u. a. in München, Baden-Baden und Nürnberg.
17:00 Uhr – Lecture Performance: „Soliloquio“ von Heike Baranowsky
Ausgehend von ihrer Arbeit „Soliloquio“ (2023) verbindet Heike Baranowsky Film, Text und Performance zu einer Reflexion über Zeit, Licht und Wahrnehmung. Historische und wissenschaftliche Bezüge treffen auf persönliche Perspektiven und machen Prozesse künstlerischer Forschung sichtbar.
18:00 Uhr – Sound-Performance: „This Is the Day They Forgot About You“ von Simone Körner & Alessia Gardenal
Dieses interdisziplinäre Sound-Performance-Projekt untersucht Übergangszustände zwischen Leben und Sterben. Ausgangspunkt sind aktuelle biologische Forschungen zu Xenobots und Anthrobotern, die traditionellen Vorstellungen von Körper, Autonomie und Lebensdauer hinterfragen. Ergänzt wird dies durch Pauline Oliveros’ Ansatz des „Quantum Listening“, das Zuhören als körperlich verankerten, relationalen und kollektiven Prozess versteht.
Die Performance eröffnet einen produktiven Zwischenraum, in dem Zuhören, Klang und kollektive Wahrnehmung neu erfahren werden – inhaltlich eine Brücke zu Baranowskys Werk, das ebenfalls Übergänge, Zeitverschiebungen und Unsichtbares thematisiert.
19:00 Uhr – Tape-Komposition: „Spaint Chords“ von und mit Jan St. Werner und Cyrena Dunbar, Michael Akstaller, Rudyard Schmidt, Ruth Rohmer
Den Höhepunkt der Finissage bildet Jan St. Werner, international bekannt als Mitbegründer der einflussreichen Elektronikband Mouse on Mars und eine zentrale Figur der internationalen Klang- und Medienkunst. Mit „Spaint Chords“ präsentiert der Kunstverein Bamberg ein Werk von hoher künstlerischer und institutioneller Relevanz, das bereits im Deutschen Pavillon der Biennale Venedig 2022 uraufgeführt wurde und seither an renommierten internationalen Institutionen gezeigt wurde, darunter, Kunsthalle Baden-Baden, Lenbachhaus München und Kunsthaus Nürnberg.
In dieser performativen Tape-Komposition werden fünf eigens entwickelte Lautsprecherpaneele von fünf Performer*innen choreografisch durch den Raum bewegt. Kontinuierlich wechselnde Frequenzbänder erzeugen ein dynamisches Klangfeld, in dem der Raum selbst zum aktiven Resonanzkörper wird. Elektronische Kompositionen von Jan St. Werner verschränken sich mit den instrumentalen Stimmen von Mats Gustafsson (Saxophon), Erwan Keravec (Dudelsack) und Dirk Rothbrust (Schlagzeug). Die Paneele von Michael Akstaller sind integraler Bestandteil des Konzepts, das Komposition als räumlich-körperlichen Prozess erfahrbar macht.
Inhaltlich thematisiert „Spaint Chords“ Übergänge, Schwellen und Grenzerfahrungen zwischen Klang und Stille, Körper und Raum, Individuum und Kollektiv – in enger Verbindung zu den Diskursen des deutschen Biennale-Beitrags „Thresholds“. Die Performance zeigt exemplarisch, wie Klangkunst internationale Relevanz erreicht und zugleich unmittelbar erfahrbar wird.