Mit dem Dialektpreis Bayern 2026 sind der Schweinfurter Kreisheimatpfleger und Frankenbund-Mitglied Stefan Menz sowie die Journalistin Rosie Füglein ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde ihnen am 28. Juli 2026 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz verliehen. Ausgezeichnet wurde ihr gemeinsames Engagement für die unterfränkische Mundart, insbesondere ihr 2025 entstandenes Hörspiel über den Unterspiesheimer Gärtner und Lebensmittelpionier Andreas Stumpf.
Mundart macht fränkische Geschichte lebendig
Das Hörspiel trägt den Titel „Vergessene Helden der fränkischen Geschichte: Der Gärtner und Lebensmittelretter Andreas Stumpf aus Unterspiesheim – oder: Wie der Apfel in die Flasche kam“. Stefan Menz und Rosie Füglein recherchierten dafür das Leben Andreas Stumpfs, entwickelten das Konzept und koordinierten die Produktion mit zahlreichen Mitwirkenden und Sprechern aus der Region.
Eine besondere Rolle spielt dabei der unterfränkische Dialekt. Er ist nicht bloß sprachliche Kulisse, sondern verleiht den historischen Figuren und Szenen regionale Authentizität. Gerade diese Verbindung von Mundart und Regionalgeschichte würdigte das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat mit dem Dialektpreis.
Der Dialektpreis Bayern wird seit 2017 vergeben und zeichnet besondere Verdienste um die Mundarten in Bayern aus. Für jeden Regierungsbezirk wird jährlich eine Auszeichnung vergeben. Stefan Menz und Rosie Füglein erhielten den Preis 2026 für Unterfranken.
Andreas Stumpf – ein fast vergessener fränkischer Pionier
Im Mittelpunkt des Hörspiels steht Andreas Stumpf, der 1886 in Unterspiesheim südlich von Schweinfurt geboren wurde. Später wirkte er in Oberbayern als Fachmann für Obst- und Gartenbau. Besondere Bedeutung erlangte seine Beschäftigung mit der Haltbarmachung von Apfelsaft.
Das Hörspiel verbindet seine Lebensgeschichte mit Fragen des Obstbaus, der Ernährung und der Kulturlandschaft. Zugleich vermittelt es einen Eindruck vom ländlichen Alltag vergangener Zeiten. Mundart, Musik und Stimmen aus der Region machen daraus keine nüchterne historische Darstellung, sondern eine lebendige Auseinandersetzung mit fränkischer Geschichte.
Auch eine Rezension von Dr. Daniela Sandner in der Zeitschrift Schönere Heimat hebt die besondere Verbindung von Regionalgeschichte, Mundart und ehrenamtlichem Engagement hervor. Sie würdigt das Hörspiel als unterhaltsame und zugleich gehaltvolle Produktion, die das arbeitsreiche Dorfleben früherer Zeiten anschaulich vermittelt.
Auszeichnung für gelebte Mundartpflege
Bei der Preisverleihung betonte Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker die Bedeutung der Dialekte für Heimat, kulturelle Vielfalt und regionale Zugehörigkeit. Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigten, dass Mundart lebendig und zeitgemäß sei und auch unterschiedliche Generationen miteinander verbinden könne.
Für den Frankenbund ist die Ehrung von Stefan Menz zugleich ein erfreuliches Beispiel dafür, wie die Beschäftigung mit fränkischer Geschichte, Sprache und Kulturlandschaft auf zeitgemäße Weise vermittelt werden kann.
Das Projekt ist zudem noch nicht abgeschlossen: Für 2027 ist anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Erfindung der Haltbarmachung von Apfelsaft eine Aufführung des Hörspiels in Wolfratshausen, der damaligen Wirkungsstätte Andreas Stumpfs, vorgesehen.
Quellen und weitere Informationen:
Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat: Pressemitteilung Nr. 223 vom 28. Juli 2026, „Füracker: Dialektpreis Bayern 2026 – Dialekt ist Ausdruck kultureller Vielfalt“.
Dr. Daniela Sandner: Rezension des Hörspiels in Schönere Heimat, Heft 1/2026, S. 80, Rubrik „Neuerscheinungen“.
Weitere Informationen zum Hörspiel bietet das Projekt „Heimat Mainfranken“.